Archive für 17.3.2008

Deutschland: Ost-West-Gegensatz spitzt sich zu

Großstädte profitieren von Abwanderung aus neuen Bundesländern

Leipzig/Hamburg/Düsseldorf - Der wirtschaftliche Gegensatz zwischen Ost- und Westdeutschland spitzt sich unaufhaltsam zu. Der Leidensdruck der Bevölkerung in den neuen Bundesländern ist mittlerweile so groß, dass neben den jungen Mobilen nun bereits Familien mittlerer und höherer Altersgruppen wegziehen oder sich auf ostdeutsche Wirtschaftswachstumszentren konzentrieren. Zu diesem Fazit gelangt das Leibniz-Institut für Länderkunde http://www.ifl-leipzig.de. Danach profitieren einige Wirtschaftszentren zunehmend vom Zuzug jüngerer Bevölkerungsschichten. In Verbindung mit dem bundesweiten Mangel an qualifizierten Fachkräften kommen aktuelle Finanzpanel zu dem Schluss, dass nach 19 Jahren der Wiedervereinigung noch immer rund 40 Prozent der ostdeutschen Klein- und Mittelständler öffentlicher Fördermittel bedürfen.

„Eine gewisse Skepsis habe ich schon noch, dass sich mittel- bis langfristig eine generelle wirtschaftliche Angleichung der neuen Bundesländer an den Westen vollziehen wird. Vor diesem Hintergrund ist aber zu erwarten, dass eine Angleichung insofern erfolgt, als dass sich das Finanzierungsverhalten der prosperierenden Ostregionen dem der prosperierenden Westregionen annähert. Gleiches halte ich auch bei den wirtschaftlich schwächeren Regionen für möglich”, erläutert Christoph J. Börner vom Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Düsseldorf auf Nachfrage von unserer Redaktion. Laut der Leibniz-Erhebung resultiert das Nebeneinander von Schrumpfung und Wachstum in Ostdeutschland hingegen nur gering aus der natürlichen Bevölkerungsentwicklung.

Angesichts dieser Verschiebungen haben die Fachleute regional differenziert verlaufende Wanderungsbewegungen feststellen können. Während große Teile Ostdeutschlands wegen des Beschäftigtenabbaus von starker Abwanderung geprägt sind, verzeichnen einzelne größere Städte sogenannte positive Zuwanderungen. Laut Börner seien dies “Inseln innerhalb des Ostens”, in denen sich Wohlstand und höhere Einkommen entwickeln. Zudem profitieren diese Wachstumsregionen nachhaltig von ihrem bundesweit positiven Image und der relativen Arbeits- und Ausbildungsattraktivität. Dennoch vollzieht sich der Wandel auch innerhalb der Wachstumsräume, wobei die Suburbanisierung demographisch betrachtet in Erfurt, Jena, Weimar, Dresden, Leipzig, Rostock mittlerweile fast vollständig zum Erliegen gekommen ist.

Die Experten weisen darauf hin, dass die Zuwanderer in wirtschaftlich florierende ostdeutsche Städte vorrangig sogenannte Bildungswanderer und Berufseinsteiger sind und dadurch die demographische Alterung der Bevölkerung abgedämpft wird. “Sollte sich dieser Trend fortsetzen, werden die Wachstumsräume sich zukünftig noch stärker aus der drastisch alternden Schrumpfungslandschaft Ostdeutschlands hervorheben”, so Günter Herfert vom Leibniz-Institut für Länderkunde. Demgegenüber wird sich jedoch der Negativtrend in den schrumpfenden Regionen noch weiter fortsetzen. Den Fachleuten nach wird hieran auch der sich gegenwärtig abzeichnende Konjunkturaufschwung in Deutschland nichts daran ändern, so die nüchterne Prognose. (Ende)
______________________________________________________

Anzeigen:
Schönheit als Erfolgsgarantie, die Model-Karriere: http://www.supermodels24.info

Gesundheit, Schönheit und ein langes vitales Leben: http://www.zarobiotec.com

Lebenskraft, Glück, Liebe und Frieden finden: http://www.zarolightacademy.org

|