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Geschäft mit dem Tod beschert Deutsche Bank Strafanzeigen

Dieser Eintrag stammt von admin Am 20.11.2009 @ 17:57 In Recht.Gesetz.Politik, Wirtschaft.Handel.Geld | Kommentarfunktion deaktiviert

Deutsche Bank in der Kritik (Foto: deutsche-bank.de)

Keine Ausschüttung für Investoren - Vorwurf der Täuschung im Raum

Die kritisierten beiden Lebensversicherungsfonds Kompass Life I und II der Deutschen Bank  solid-news berichtete: bescheren dem Finanzkonzern neben herben Verlusten nun auch noch eine Strafanzeige, weil sich Anleger getäuscht fühlen. Stein des Anstoßes ist die verfehlte Strategie der Bank. Die Fonds kaufen US-Bürgern deren Lebensversicherungen ab und zahlen weiter die monatlichen Raten. Stirbt der ursprüngliche Polizze-Nehmer, geht die Auszahlungssumme an die Fonds, so das Kalkül. Problematisch nur, wenn die Lebensversicherten nicht so schnell sterben, wie von den Finanzstrategen kalkuliert.

Keine Ausschüttung trotz hohem Risiko

“Dieses Geschäft, das längst nicht nur von der Deutschen Bank allein betrieben wird, ist für sich genommen, höchst spekulativ. Selbst in der Hochzeit der Krise haben wir den Vertrieb solcher Produkte abgelehnt. Zu groß ist das Risiko. Schließlich sind Ausschüttungen in keiner Weise garantiert. Zudem weiß man nicht, ob am Ende draufgezahlt werden muss”, erläutert Erwin Pollex von der Vermögensverwaltungsgesellschaft Incam AG [1] http://www.incam.com gegenüber pressetext. Der Ärger der Anleger ist groß, denn obwohl die Deutsche Bank bisher eine halbe Mrd. Euro eingesammelt hat, ist bis heute keine einzige Ausschüttung erfolgt.

Strafanzeigen wegen “wissentlicher Täuschung” gestellt

Der Hamburger Jurist Gerhard Strate ist im Namen eines Investors nun gegen die laut Pollex auch ethisch fragwürdige Geschäftspraxis der deutschen Großbank vorgegangen und hat bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft Strafanzeige gestellt. Einem Bericht des Spiegels zufolge will auch ein Münchner Anwalt eine Strafanzeige stellen. Diese soll sich ersten Informationen nach gleich auf mehrere Dutzend Mandanten beziehen. Es bestehe der Verdacht, “dass von Vornherein unter keinen realistischen Annahmen die versprochenen Ausschüttungen realisierbar waren”, zitiert der Bericht Strate aus einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft.

Strate sieht im vorliegenden Fall den Tatbestand des Betrugs oder zumindest den der Untreue. Dies zu belegen oder zu widerlegen sei die Aufgabe der Staatsanwaltschaft, meint der Anwalt. Im Jahresbericht des Kompass Life I für das Jahr 2006 wurde nur für zwei der Assekuranzen eine wahrscheinliche Laufzeit unter vier Jahren berechnet. Viele sollten den Berechnungen nach sogar erst nach zehn Jahren fällig werden. Es wurden eine Rendite von 7,25 Prozent pro Jahr und bereits für 2007 Auszahlungen prognostiziert. “Meines Erachtens sind die Anleger wissentlich getäuscht worden”, lässt sich Rechtsanwalt Karl-Georg von Ferber zitieren.

Vergleich zum Ausstieg angeboten - Bank bestreitet Vorwürfe

“Die Causa lässt Erinnerungen an Immobilienfonds der Deutschen Bank aufkommen. Wenn man den Anlegern nun Vergleiche anbietet, die so hoch ausfallen, ist das recht ungewöhnlich. Hier scheint man großzügig vor dem Hintergrund einer drohenden vollen Haftung zu sein”, so Pollex gegenüber pressetext. Den Investoren hat die Bank erst kürzlich - aus Kulanz - wie es offiziell heißt, ein Angebot unterbreitet. Für 80 Prozent ihrer Ursprungsinvestition können sie sofort aus den Fonds aussteigen, deren Laufzeit eigentlich noch bis 2015 andauert. Die Bank selbst weißt den Täuschungsvorwurf entschieden zurück. Es sei korrekt informiert worden.


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