Archiv der Kategorie Wasser

Wasser als Hauptgrund für Armut

Experte: Nur angepasste Lösungsvarianten garantieren Versorgungssicherheit
Berching - Für Menschen in Schwellen- und Entwicklungsländer ist die Verfügbarkeit von Wasser nicht nur eine Frage des physischen Überlebens, sondern auch ein Hauptgrund für Armut und fehlende Bildung. Zu diesem Schluss kommt der Umweltpreisträger der Deutschen Bundesstiftung Umwelt DBU http://www.dbu.de, der Unternehmer Hans G. Huber. Der Experte argumentiert damit, dass das Wasserholen die zeitaufwändige Aufgabe von Kindern und Frauen sei. Dadurch bleibe keine Zeit für Erziehung, Bildung und damit für Zukunftsperspektiven.

Huber, der für seine Technologie zur Frischwasseraufbereitung und Abwasserbehandlung 2006 von der DBU mit dem Deutschen Umweltpreis ausgezeichnet wurde, hat bei der Eröffnung der Ausstellung “WasserWissen” http://www.wasser-wissen.net die Notwendigkeit einer effektiven Wasserversorgung betont. Um das Ziel zu erreichen seien große Anstrengungen erforderlich. Neben neuen Technologien der Abwasserbehandlung und der Wiederverwendung müssten alle Beteiligten umdenken. Die Ausstellung “WasserWissen” wurde als Wanderausstellung konzipiert und geht ab November 2009 deutschlandweit auf Reise.

“In den süßwasserreichen Ländern Europas ist das Thema Wassersparen nicht zielführend, denn alle Systeme, egal ob Zu- oder Abwassersysteme brauchen einen regen Durchfluss”, erklärt Huber, dessen Unternehmen weltweit mit Wassertechnologien beschäftigt, gegenüber uns. Ganz anders sehe die Situation allerdings schon in Südeuropa aus. Hier müsse aufgrund der Nicht-Verfügbarkeit gespart werden. “Da tritt natürlich erstmals auch die Frage nach einem geschlossenen Kreislauf beim Wasser auf - das heißt eine Wiederverwendung des aufbereiteten Abwassers”, meint Huber. Der Experte betont, dass allein für die Toilettenspülung 30 Prozent des Wasserverbrauchs in einem Haushalt anfallen. “Da gilt es natürlich, die Wasseraufbereitungstechnologien weiter zu entwickeln.”

Der zweite große Problembereich betreffe die Frage der Abwässer. “Da wird nach Lösungen gesucht, die bezahlbar und bedienbar sind”, betont der Fachmann. “Wir haben 150 Jahre gebraucht, um solche Lösungen, wie wir sie heute in europäischen Städten haben, zu schaffen.” Diese lokalen Lösungsvarianten ließen sich auch nicht einfach auf andere Regionen oder Städte umlegen. Als Beispiel führt Huber etwa die Ausbringung von Abwässern in Felder mit Nutzpflanzen an. “Das kann man nur dort machen, wo die Sonneneinstrahlung gering ist, da ansonsten die Böden versalzen.” Gerade dieses Beispiel mache es deutlich, dass die Problematik sehr vielfältig sei. Viele Probleme, etwa die zu starke Entnahme von Grundwasser aus der Umgebung für die Versorgung von Mega-Citys sei vielfach auf die Kurzsichtigkeit der Menschen zurückzuführen.

Gerade die Mega-Citys, die in den kommenden Jahren einen Großteil der Weltbevölkerung aufnehmen, würden eine Reihe von Problemen aufwerfen. “Es geht natürlich auch um die Nahrungsmittelversorgung, die ebenfalls wieder Wasser erfordert”, betont Huber. Obwohl global derzeit sehr viel getan und zum Teil vernünftige Vorschläge eingebracht werden, sind die Herausforderungen groß. “Es geht letztlich darum, angepasste Lösungen für jede einzelne dieser großen Städte zu finden.” Das müsse man auch den Politikern, die gerne Beispiele europäischer Städte eins-zu-eins in andere Nationen übertragen wollen, beibringen, meint Huber abschließend gegenüber uns. (Ende)

Sauberstes Energiewasser

Vitalität und Lebenskraft durch revitalisiertes, gereinigtes Wasser

Gefiltertes schadstofffreies Wasser und feinstoffliche physikalische Schwingung als Non-Plus-Ultra!

Das in Tirol ansässige Forschungs- und Entwicklungsunternehmen ZARO Biotec revolutioniert die bekannten Filtertechnikverfahren zur Wasserreinigung um einen neuen zunehmend interessanter werdenden Aspekt, die bioenergetische Wasserkraft. Lichtpartikel-Energie oder auch Nullpunkt-Energie (Tachyonen, nach Dr. Gabriel Cousens, USA) wirken auf beinahe jeden lebendigen oder organischen Stoff, ohne die elementare Struktur negativ zu verändern.

Dr. Cousens, These aus seinem Buch „Tachyon-Energy“: Die Wissenschaft hat nachgewiesen, dass Materie lediglich die Kondensation aus einem vibrierenden universellen, subtilen Energiesubstrat ist, welches das virtuelle Stadium oder auch Nullpunkt-Energie genannt wird. Materie entsteht einfach dadurch, dass Nullpunkt-Energie sich zu Tachyon-Energie verfestigt, die dann durch SOEFs in Schwingung umgewandelt wird und Formen aller Art hervorbringt. SOEF = Subtile organisierende Energiefelder (Definition nach Dr. Gabriel Cousens)

Robert Zach, der Visionär der ZARO-Entwicklungen auf diesem Gebiet, kann nachweislich die einzigartigen Veränderungen von lebendiger Materie durch Nullpunkt-Energie, nicht nur unter Laborbedingungen unter Beweis stellen, sondern auch praktisch unter normalen Bedingungen. In Workshops mit der Humboldt-Universität in Berlin wurden schwingungsenergetische Phänomene mit unglaublichen Effekten aufgezeigt. Fallbeispiele gibt es genug so Zach, Lebensmittel die selbst ungekühlt nicht mehr schimmeln, Pflanzen die ein Wachstum präsentieren wie es kaum ein Dünger je schaffte, Autos deren CO-Wert nach Messungen die 0,00-Marke nicht mehr überschritten (Innovationspreis von ‚Welt der Wunder’). Wir haben Getränke getestet deren Geschmack sich nur durch Berührung der Energie positiv veränderten, oder nehmen wir den unglaublichen Reinigungseffekt des ‚eClypsi’, ohne Chemie Sauberkeit im ganzen Haus, so Zach.

Durch die Einzigartigkeit unserer Lichtpartikel tragenden Kunststoffe kann man jetzt die Zauberkraft von Nullpunkt-Energie überall einbauen. Jetzt ist es möglich bekannte Filtertechnik Systeme wie Kohleblockfilter oder Osmose mit Teilchenenergie zu verbinden, mit dem Resultat einer massiven Vitalität des Wassers. Und wir lassen die Preise ordentlich purzeln, denn wenn in der Vergangenheit von informierten, energetisiertem Wasser gesprochen wurde, dann war das interessant und spannend aber bei den Preisen konnte es schon vorkommen das man um Luft rang. Wenn man bedenkt das in den meisten Fällen nur Magnete oder Quarzsand zum Einsatz kommt, dann fragt man sich wie beispielsweise zwei Kilogramm Sand, verpackt in einem Edelstahlrohr, teilweise bis zu € 2.500,- und mehr kosten mussten. ZARO Biotec ist es gelungen Lichtpartikel zu kompremieren und mittels eines speziellen Bioreaktors in Kunststoff dauerhaft zu imprägnieren, das Geheimnis ist die molekulare Komplexität von Wasser. Es ist eine bewusste Substanz, die durch die inhärente Lebensenergie immer zum besseren (Dominanz der Guten nach Prof.-Dr.-Higa, Japan) tendiert, das ist in den meisten Fällen aber nur möglich durch ausreichende Zeit (Systematik der Quellen) oder durch ein positive Information. Die positivste aller Lebensinformationen stellt das Licht dar. Licht ( `C` = Lichtgeschwindigkeit) ist der Materiekern und diese Tatsache ist durch die Forschungsarbeit von Einstein, Planck eine feste Größe in der Wissenschaft, das heißt Licht ist immer da und es ist schnell.

Im sichtbaren Spektrum ist uns Licht sehr vertraut aber im unsichtbaren Lichtspektrum tappen wir noch ein wenig im ‚Dunkeln’. Biblisch betrachtet haben wir zum einen, das Wasser des Lebens und zum anderen, das Lebenslicht, die beiden Lebenskonzepte gehören unteilbar zusammen.

Was also unteilbar zusammengehört das sollte dem Menschen auch als Ganzes dienen. Deshalb entwickeln wir im für uns und für jedes interessierte Unternehmen, das sich mit Wasserreinigung, Wasser-Revitalisierung etc. beschäftigt spezielle Anwendungen und Lösungen um Filtertechnik-Wasser mit Lichtvitalität zu vereinen. Und das funktioniert prächtig, denn Kunststoffe kommen in den Anlagesystemen immer vor, sind also schon da. Wir ersetzen nun ‚tote’ Kunststoffe durch lebendige und schon haben wir eine neue Effizienz im Gesamtsystem. Bewusste, moderne Mensche lieben das und wenn so ein System nur einige wenige Euros, oder Franken mehr kostet ist das ein System das einen wirtschaftlichen Vorteil am Markt garantiert.

Eine Größe am Deutschen Markt stellt das Unternehmen „BestWater“ in Berlin dar, ZARO fertigt dafür ein kleines Modul und dadurch haben Kunden einen deutlich erhöhten Mehrwert durch die Vitalität des gereinigten Wassers. Für das Unternehmen ein klarer und entscheidender Marktvorsprung, den der erwachende Bewusstseinsmarkt will Lebensenergie, will anhaltende Schönheit, will hohes vitales Alter. Die Bedürfnisse der Menschen ist die Maßgabe für unser Unternehmen so Zach, wir befriedigen den Wunsch nach Gesundheit, Schönheit, Vitalität, Fitness und in den nächsten Jahren werden wir das alles auch wissenschaftlich immer besser beweisen können. Jetzt helfen uns dabei die gängigen Meridian-Diagnosesysteme der Medizin, die zeigen die Energie genau an, der Kunde ist verblüfft wie nur eine kurze Berührung eines Tachyonen-Kunststoffs seine Werte positiv verändert werden. Es ist keine Untopie, die Zellenergie im Organismus so zu erhöhen dass die Selbstheilungskräfte des Körpers wahrhafte Wunder vollbringen. Auf unsere Internetseite www.zarobiotec.com verweisen wir auf die gängigen Messverfahren und Testmöglichkeiten.

Das Paradigma der Gegenwart ist ein neues Verständnis für das Zusammenspiel von Teilchenenergie und den Elementen die unsere Umwelt und unser Leben ausmachen. Bisher war unsere Umwelt dazu verdammt ausgebeutet zu werden, die neue Denkweise wird erstmals zulassen das Thema Umwelt in einem völlig neuen Kontext zu sehen, wir sind Umwelt! Und unser denken schafft die Umwelt die wir wahrnehmen, unser kreatives Potential erschafft die Welt die wir sehen, jetzt wird definierbar welche Welt wir sehen möchten. Das Ist Quantenphysik, wir erschaffen aufgrund der uns ausmachenden Möglichkeiten ein neues Verständnis von „Wer-Wir-Sind“ und dieses bewusste Erkennen unser latenten Fähigkeiten des Erschaffens lässt uns auch die angegriffene Umwelt, neu erschaffen. Ein biologisches Logik-System.

Wir sind gar nicht interessiert neue Wasserfiltersysteme zu entwickeln oder gar selbst zu produzieren, das können renommierte Unternehmen wahrscheinlich besser. Wir liefern aber gern Bausteine, oder ganze Bauteile um Anlagen effizienter und für den Kunden interessanter zu gestalten. In der Vergangenheit musste man sich zum „Grander-Gerät“ noch einen Filter kaufen, oder umgekehrt, das macht die Angelegenheit doppelt Preisintensiv, oder wenn man so will, zusätzlich teuer. Das ist jetzt Geschichte, ein Kunde kauft sich jetzt bei einem intelligenten Anbieter ein Filtersystem mit eingebauter Vitalisierung, zu einem verträglichen Aufpreis, oder gar zum gleichen Preis, weil ZARO das einfach so günstig realisiert, dass der Anbieter gar keinen großen Akt daraus machen muss. So denkt man in Zukunft, das ist evolutionär. In Deutschland haben wir drei erste Golfplätze die mit Energiewasser den Platz versorgen, Resultat: Bestes dichtes Green, kaum Moos, kaum Chemie, sattes, fettes gesundes Gras, so wie das eben sein sollte. Waschstrassen die mit weniger als 10% Tensiden, dank ZARO-Vitalwasser, sauberste Autos realisieren durch eine biologische Denkweise der Eigentümer und einer Technik die das möglich macht und das alles günstiger als die Chemie-Variante. Als Hersteller haben wir kein Problem mit unterschiedlichsten Vertriebskonzepten zusammenzuarbeiten, wir liefern gern ein Produkt, wir behandeln aber auch gern ihr Produkt mit Energie, wir sind flexibel und offen für alles was dem Leben noch mehr Lebendigkeit verspricht.

Selbsterkenntnis = Gottererkenntnis, meinte Wolfgang Goethe, wenn wir uns daran erinnern, dann werden wir nicht länger zulassen können, das wir unsere Lebensbühne zu einer Müllhalde verkommen lassen, Götter machen so etwas nicht. Wir von ZARO werden weiterhin darüber nachdenken wie wir eine gesunde Umwelt erhalten und schaffen können. Wir werden einfach versuchen zu verstehen wie es funktioniert, wir glauben dass dazu ein ganzheitliches Verständnis gehört und dem bleiben wir treu. Es kommt zusammen was zusammen gehört, Wasser und Licht.

Homepage: www.zarobiotec.com

ZARO Biotec
Prof.-Dr.-Anton-Kathrein-Str. 3
A-6342 Niederndorf / Austria
Email: zaro@zarobiotec.com
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Anzeigen:
Lebenskraft, Glück, Liebe und Frieden finden: http://www.zarolightacademy.org

Schönheit als Erfolgsgarantie, die Model-Karriere: http://www.supermodels24.info

Darf Wasser eine handelbare Ware sein?

Ein Auto kann man kaufen oder man kann es lassen. Beim Wasser ist das anders. Jeder Mensch braucht es wie die Luft zum Atmen. Wasser ist unverzichtbar – für Mensch und Natur gehört es zu den elementaren Lebensmitteln. Deswegen besteht für jeden Menschen ein Recht auf Wasser. Doch dieses Recht allein löscht noch keinen Durst: Weltweit sind 1,2 Milliarden Menschen von diesem Recht ausgeschlossen: Jeder Fünfte auf diesem Planeten besitzt keinen Zugang zu Trinkwasser.

Verbrauch und Missbrauch

Darf Wasser vor diesem Hintergrund eine handelbare Ware sein, mit der sich einige Konzerne eine goldene Nase verdienen? Oder ist Wasser ein öffentliches Gut, das geschützt, verteidigt und für jeden frei verfügbar sein sollte? Für Gerard Mestrallet, Chef des französisch-belgischen Wasser-Multis Suez-Ondéo, ist die Sache klar: “Gott hat das Wasser geliefert, aber nicht die Rohre”, lautet seine ebenso lapidare wie häufig zitierte Antwort. So leicht machen es sich die Herausgeber des bildgewaltigen Sachbuches “Wem gehört das Wasser?” nicht. Auf mehr als 500 Seiten beleuchten sie das vielschichtige Phänomen Wasser: Die Autoren/innen staunen über dessen Einzigartigkeit, erforschen die chemischen Eigenschaften, ärgern sich über verpestetes Wasser, zeigen die Kehrseiten der ungehemmten Privatisierung und erklären, wie die Abhängigkeit von Wasser politisch missbraucht wird.

Neben einer Flut an gut recherchierten Fakten beschreibt das Buch vor allem die ökologischen, kulturellen und gesellschaftspolitischen Zusammenhänge, die sich hinter der Oberfläche auftürmen. Beispiel Landwirtschaft: Dort werden siebzig Prozent des vom Menschen genutzten Süßwassers verbraucht, zwei von drei Tonnen Getreide wachsen auf künstlich bewässerten Feldern. So verschlingt die Produktion eines Kilogramms Weizen bis zu 4.000 Liter Wasser. Selbst Wüstenstaaten wie Saudi-Arabien gehören mittlerweile zu den wichtigen Exporteuren von Weizen. Die Folge: Weltweit werden fossile Grundwasservorräte im großen Stil geplündert. Zudem entstehen immer mehr Stausseen und Kanäle. In den vergangenen 50 Jahren hat sich die Anzahl der Großstaudämme weltweit von 5.750 auf mehr als 47.000 versiebenfacht, 22.000 davon finden sich allein in China.

Wasser gehört allen

Schwer verdaubare Statistik-Salven, wie sie Michael Moore mit Vorliebe in seinen Sachbüchern abschießt, gibt es in “Wem gehört das Wasser?” kaum. Und wenn doch, dann bringen die schönen Bilderstrecken zwischen den Texten die Freude am Lesen zurück und lassen das ein oder andere Zahlenungetüm vergessen. Dass es auch in puncto Design und Layout Maßstäbe setzt, macht dieses kluge Buch nur noch besser. Übersichtliche Infografiken veranschaulichen vermeintlich simple Fragen wie: Was passiert eigentlich mit dem Niederschlag? Wie viel Wasser braucht es, um ein Kilo Rindfleisch zu produzieren? Das Buch hat sogar das Zeug zum Standardwerk: Es deckt nahezu jedes Thema ab, das im Zusammenhang mit Wasser von Bedeutung ist.

Ein Plädoyer am Ende beantwortet schließlich die im Titel aufgeworfene Frage. Fazit: Ein Element wie das Wasser, das sich ständig im Fluss befindet, entzieht sich auch jedem Besitzanspruch, sei er politisch oder ökonomisch.

EAWAG, Müller (Hg.): Wem gehört das Wasser? (Lars Müller Publishers 2006, 44.90 €) Von Andreas Braun

Was ist Wasser eigentlich?

Ganz einfach: alles und überall. Einige Eigenschaften.
Ein Verwandlungskünstler
Zwischen null und 100 Grad Celsius ist Wasser flüssig. Deshalb ist es die Basis für unsere Temperaturskala. Erreicht Wasser den Siedepunkt (100 ° C), geht es in den gasförmigen Zustand über. Beim Gefrierpunkt (0 °C) erstarrt flüssiges Wasser zu Eis – Forscher kennen 15 verschiedene Sorten Eis. Das Besondere: Wenn Wasser gefriert, zieht es sich nicht zusammen so wie die meisten anderen Stoffe. Seine Dichte sinkt, es dehnt sich um elf Prozent aus und sprengt Sprudelflaschen und sogar Gestein. Die größte Dichte hat Wasser bei vier Grad Celsius, erst oberhalb dieser Grenze dehnt es sich wieder aus (Anomalie des Wassers). Als Thermometerflüssigkeit ist Wasser selbst deshalb ungeeignet. Paradoxerweise gefriert heißes Wasser – unter bestimmten Bedingungen – schneller als kaltes („Mpemba-Effekt“). Dem warmen Wasser wird mehr Wärmeenergie entzogen, weil die Verdunstungsrate höher ist. Dadurch verliert es auch überproportional an Volumen: Es kühlt und gefriert schneller. Wasser hat noch mehr Tricks auf Lager. Unter bestimmten Bedingungen bleibt es sogar flüssig, wenn man es auf minus 38 Grad Celsius abkühlt.

Quell des Lebens
Klingt kitschig? Ist aber so. Etwa 1,4 Billiarden Liter schwimmen, fließen und plätschern auf der Erde. Damit sind gut 70 Prozent unseres Planeten mit Wasser bedeckt. Bei etwa 97 Prozent handelt es sich um Salzwasser, rund zwei Prozent sind an den Polen und in Gletschern gefroren. Nur weniger als ein Prozent steht uns tatsächlich für die Nutzung zur Verfügung – zum Trinken, Waschen, in der Landwirtschaft und der Industrie. Auch wir Menschen sind echte Wasserwesen: Unsere Körper bestehen zu rund zwei Dritteln aus der Flüssigkeit, ohne die auf der Erde nichts funktionieren würde.
Das Prinzip aller Dinge
Dieser Überzeugung war der griechische Gelehrte Thales von Milet (ca. 625–547
v. Chr.). Heute wissen wir, was das Wasser im Innersten zusammenhält. Es ist das häufigste Molekül auf der Erde und setzt sich aus zwei Wasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom zusammen, die in der Struktur ein gleichschenkliges Dreieck bilden – ähnlich einem V. Die chemische Formel: H2O. Während das Sauerstoffatom eine negative Teilladung besitzt, hat das Wasserstoffatom eine positive. Durch den winkligen Aufbau entsteht ein sogenanntes Dipolmoment. Zwischen den teilgeladenen Wassermolekülen kann es nun zu Wechselwirkungen kommen: Gleiche Ladungen stoßen sich ab, unterschiedliche ziehen sich an. Durch diese Wasserstoffbrückenbindungen bilden mehrere Moleküle zusammen dreidimensional verknüpfte Cluster. Die Verkettung der Moleküle durch diese Brückenbindungen ist der Grund dafür, dass Wasser unter Normalbedingungen flüssig ist.
Das feuchte, fließende
Im Althochdeutschen hatte es genau diese Bedeutung. Es wurde wazzar genannt, auf diesen Begriff geht unser Wort Wasser zurück. In fast allen indoeuropäischen Sprachen gab und gibt es verschiedene Formen des Begriffs: Im Hethitischen sprach man von watar, im Litauischen sagt man vanduo, uda heißt Wasser auf Sanskrit. Aus dem altgriechischen hydor leiten sich viele Fremdwörter ab, etwa der Hydrant oder die Hydraulik. Das lateinische Wort aqua findet sich in den meisten romanischen Sprachen wieder. Übrigens: Auf Russisch nennt man Wasser voda. Wem aber in Russland ein Wässerchen angeboten wird, der sollte aufpassen: Bei dieser Verniedlichung des Wortes handelt es sich um nichts anderes als hochprozentigen Wodka.

Unheimlich
Forscher unterscheiden rund vierzig Anomalien, das heißt Abweichungen von naturwissenschaftlich erwartbarem Verhalten. Kein Wunder also, dass immer wieder merkwürdige Thesen über das Wasser auftauchen. 1988 publizierte etwa Jacques Benveniste im Fachmagazin Nature, Wasser habe ein Gedächtnis. Leider zeigte sich sein flüssiger Proband jedoch höchst vergesslich, als der Wissenschaftler seinen Versuch zum Beweis wiederholen sollte. Das hielt den japanischen Alternativmediziner Masaro Emoto nicht davon ab zu behaupten, Wasser könne zwischen guter und schlechter Musik unterscheiden, die Gefühlslage der Menschen widerspiegeln und obendrein auch noch lesen. Die Beweise dafür fehlen bisher allerdings.

Farblos und durchsichtig
Trotz weißer Schwimmbadkacheln schimmert es im Becken bläulich. Schuld daran ist das Licht. Seine Strahlen bestehen aus Wellen unterschiedlicher Länge, und damit aus verschiedenen Farben. Alle Farben zusammen ergeben weißes Licht. Treffen die Strahlen auf einen Gegenstand, wird ein Teil davon geschluckt, ein Teil reflektiert. Letzterer bestimmt unseren Farbeindruck. Wassermoleküle absorbieren den roten Anteil des Lichts, der reflektierte blaue wird von unseren Augen wahrgenommen. Je tiefer das Wasser, umso intensiver das Blau. Als Schnee wird Wasser aber plötzlich weiß. Denn Schneekristalle absorbieren überhaupt keine Lichtwellen, sie werfen die Strahlen mit all ihren Farben zurück.
Von Barbara Lich

Siegestrunk - Warum wir teures Wasser kaufen

Die Zahlen stehen für einen Boom im Flaschenwassermarkt, der gerade erst begonnen hat. Allein zwischen 1997 und 2005 hat sich der weltweite Konsum mehr als verdoppelt. Und während etwa jeder Deutsche 1970 gerade einmal zwölf Liter jährlich trank, sind es heute 127 Liter. Mit einem Anteil von mehr als sechs Prozent am weltweiten Wasserverbrauch landet Deutschland damit auf Platz sechs unter den Top Ten der Flaschenwassertrinker weltweit – gleich nach den bevölkerungsreicheren Ländern USA, Mexiko, China und Brasilien, nach Italien und noch vor Frankreich und Indonesien. Besonders in Asien nimmt der Flaschenwasserkonsum rasant zu: „In China hat sich der Verkauf innerhalb von fünf Jahren verdoppelt, in Indien sogar verdreifacht“, erklärt Frank Kürschner-Pelkmann, der Entwicklungshilfe-organisationen wie „Brot für die Welt“ berät. Für den Wasserexperten gibt es einen einfachen Grund für den wachsenden Markt in Asien: „Während in Europa der Absatz der verkauften Flaschen meist nur noch vom Hitzegrad des Sommers abhängt, ist in Ländern wie Indonesien oder Indien der Markt längst noch nicht gedeckt.“ Wasser zu kaufen sei dort kein Usus, viele Bewohner können sich die teuren Flaschen gar nicht leisten. Doch eigentlich haben sie keine andere Wahl: In vielen Städten verschlechtert sich die Wasserqualität aus den Leitungen, auf dem Land fehlt die Infrastruktur für ein funktionierendes Leitungssystem oft sogar ganz.

Weil Unternehmen wie Danone, Nestlé, Coca-Cola oder PepsiCo einen Markt mit enormer Gewinnspanne im Blick haben, investieren sie. Sie kaufen lokale Unternehmen auf und bemühen sich um die Rechte an natürlichen Wasserspeichern. China erscheint dabei besonders vielversprechend: Der Pro-Kopf-Verbrauch von Flaschenwasser liegt bei gerade einmal zehn Litern im Jahr. Zudem locken eine Milliarde potenzieller Kunden. Danone ist hier bereits präsent: Mit Wahaha vertreibt der Lebensmittelriese die erfolgreichste Marke des Landes.

Der Erfolgszug des Flaschenwassers begeistert allerdings nicht jeden. Jens Loewe etwa hält es für unmoralisch, Menschen aus ärmeren Bevölkerungsschichten zum Flaschenwasser-kauf zu animieren. Über das Thema, das ihn seit vielen Jahren nicht mehr loslässt, hat Loe-we gerade ein Buch geschrieben. Es heißt Das Wassersyndikat und handelt von der „Verknappung und Kommerzialisierung einer lebensnotwendigen Ressource“ - in Europa, aber vor allem auch in Ländern, in denen es traditionell an Wasser mangelt. China etwa oder Indien. Hinter dem neuen Trend, gezielt in diesen Ländern Flaschenwasser zu vermarkten, sieht der Wasseraktivist bewusste Propaganda: „Mit ihrem Wasser versprechen Unternehmen wie Nestlé und Danone Gesundheit und langes Leben – aber in den meisten Fällen ist Leitungswasser genauso gut, zumal wenn die Leute es abkochen.“

Wie die Einführung eines neuen Flaschenwassers in einem Land der Dritten Welt funktioniert, hat Nestlé vor einigen Jahren eindrucksvoll demonstriert. Die Marke Pure Life sollte Menschen ansprechen, die mit ihrem kleinen Einkommen haushalten müssen, um zu überleben. Um bei ihnen Markenbewusstsein zu wecken, soll Nestlé innerhalb von drei Jahren rund 100 Millionen Euro in das Marketing für das Tafelwasser investiert haben. Neben der konventionellen Werbung veranstaltete der Konzern Gesundheitsseminare, in denen etwa Krankenschwestern über die negativen Folgen des Leitungswasserkonsums aufgeklärt wurden. In Pakistan hat Nestlé auf diese Weise binnen eines halben Jahres 50 Prozent des Marktes erobert. Heute ist Pure Life das zweiterfolgreichste Flaschenwasser der Welt – nach Aqua von Danone.

Verglichen mit Coca-Cola oder auch Nestlé stand Danone bislang verhältnismäßig wenig in der Kritik. Für den Wasserexperten Loewe gibt es allerdings nur kleine Unterschied zwischen den Großen im Wassergeschäft: „Die Verfahrensweise ist ähnlich: Ein Konzern kauft das Grundstück, bohrt nach Wasser, verkauft das Wasser oft zu einem tausendmal höheren Preis.“ Für Loewe ist das eindeutig Raubbau.
Dass sich dabei Staat und Privatwirtschaft gelegentlich die Karten zuspielen, hält Loewe nicht nur für denkbar, sondern sogar für wahrscheinlich: „Es wäre recht naiv, nicht davon auszugehen“, sagt er. Denn: „Die Flaschenwasserkonzerne haben natürlich ein gesteigertes Interesse daran, dass die öffentlichen Wasserleitungen heruntergekommen sind. Und der jeweilige Staat ist froh, wenn er eine Ausrede hat – nämlich das Flaschenwasser –, um so wenig wie möglich sanieren zu müssen.“
Flaschenwasser ist eine Industrie mit einem weltweiten Umsatz von insgesamt 63 Milliarden Euro. Die Gründe für den Flaschenwasserboom liegen auf der Hand: Zum einen erweckt die Werbeindustrie den Eindruck, abgepacktes Wasser verheiße Ge-sundheit, Glück und langes Leben. Zum anderen aber sind die Flaschen praktisch in einer Welt, die immer mobiler wird.

Auch im Supermarkt von Evian-les-Bains verkauft sich das Flaschenwasser gut, allen voran natürlich das Wasser der Marke Evian. Ein Angestellter, der die rosa-blauen Evian-Flaschen in die Regalwand räumt, macht allerdings einen Unterschied: „Das Mineralwasser kaufen bei uns vor allem die Touristen“, sagt er. Denn wer in Evian-les-Bains wohnt, habe es gar nicht nötig, die Flaschen für rund 50 Cent pro Liter zu kaufen: „Wir sitzen schließlich an der Quelle.“

Und tatsächlich bildet sich am Nachmittag an dem kleinen Brunnen im Ortszentrum von Evian-les-Bains eine Schlange. Einige Bewohner sind gleich mit einem ganzen Kasten leerer „Evian“-Flaschen gekommen. In ihnen transportieren sie das Wasser literweise nach Hause.

Von Christoph Koch

Geldquelle - Wie Konzerne den Flaschenmarkt erobern

Hoch oberhalb des tiefblauen Genfer Sees thront das Kurhotel Royal, unten im Ortszentrum plätschert leise ein Brunnen. Evian-les-Bains ist umhüllt von einer Zauberberg-Atmosphäre. Und genau wie in dem Roman von Thomas Mann ereignete sich auch in diesem Kurort Wunderbares: Hier fand der Marquis von Lessert im Jahre 1789 Linderung von seinem Harngrieß. Glaubt man der Legende, trank der Edelmann täglich aus ebenjener Quelle, die auch heute noch leise vor sich hinsprudelt. Und siehe da: Sein Leiden verschwand. Der Erfolg sprach sich herum, die Ärzte der Region begannen das Wunderwasser zu verschreiben. Der Besitzer der Quelle – ein Herr namens Cachat – witterte seine Chance. Er schloss die Quelle ab und begann, das Wasser in Flaschen abzufüllen. Es war der Beginn einer Erfolgsgeschichte.

Dank des Wasserverkaufs ist die Region um Evian-les-Bains heute eine der reichsten in Frankreich. Das Geschäft boomt, Evian ist inzwischen weltweit das meistgetrunkene stille Mineralwasser. Rund 1,7 Milliarden Liter Evian-Wasser verkauft das Unternehmen Danone jedes Jahr, in 120 Ländern der Welt. Hauptabsatzland ist Frankreich, das Heimatland von Danone. Doch auch der Export ist lukrativ, vor allem in Länder wie Australien oder Japan. Beliebt sind dort vor allem die kleinsten Flaschen, die gerade einmal 0,33 Liter fassen – kleine Statussymbole.

In der Gegend um Evian-les-Bains arbeiten rund 2000 Menschen am Erfolg des Flaschenwassers: in den beiden Abfüllanlagen, in den Labors, die täglich mehrmals die Wasserqualität kontrollieren, oder in den Marketing-büros. Ein Teil der Angestellten kümmert sich um die Touristen, die der Mythos nach Evian-les-Bains lockt, die Heilwasser aus dem Brunnen trinken, in den Thermalbädern in Evian-Wasser baden und einfach entspannen wollen: Das Hotel Royal, der Golfplatz, das Kasino und die Thermenanlage gehören ebenfalls zu Danone.

Aus gutem Grund: „Als die Marke Evian noch nicht so bekannt war, nutzte das Unter-nehmen das Image und die Geschichte unseres Ortes, um seinem Wasser Bekanntheit zu geben“, erklärt Francis Jungo, der Leiter des Touristenbüros von Evian-les-Bains. Mit einem Achselzucken fügt er hinzu: „Heute braucht Danone den Tourismus nicht mehr, das Geschäft mit dem Wasser funktioniert auch so.“
Die Geld-Quelle liegt in Amphion, einem kleinen Ort, etwa fünf Kilometer von Evian-les-Bains entfernt. Hierher fließt das Quellwasser aus den Alpen, hier wird es in Flaschen abgefüllt. 57 Hektar ist das Fabrikgelände groß, das entspricht etwa sechzig Fußballfeldern und macht die Abfüllanlage zur weltweit größten für Wasser. Es ist ein beinahe vollständig automatisierter Betrieb. Arbeiter stehen vereinzelt neben den Maschinen und kontrollieren, wie diese mehr als sechzig Liter Wasser pro Sekunde in die Flaschen pumpen. Jeden Werktag verlassen auf diese Weise rund 150 Zugwaggons die Fabrik, sie transportieren sechs Millionen Evian-Flaschen. Mehr als die Hälfte davon geht ins Ausland – vor allem in die USA, nach Großbritannien, Deutschland, Belgien und Japan.

Eigentlich ist Danone weniger für sein Flaschenwasser bekannt als für Milchprodukte und Backwaren. Seit einigen Jahren jedoch hat das Wasser dem Keks den Rang abgelaufen: Inzwischen macht das Wasser 28 Prozent des Geschäfts von Danone aus. Das entspricht einem Umsatz von rund vier Milliarden Euro. Mit mehr als 55 Prozent ist das Geschäft mit dem Joghurt zwar immer noch der erfolgreichste Sektor des Unternehmens. Aber: Weil der Verkauf von Milchprodukten stag-niert, während Wasser als das Getränk mit den stärksten Zuwachsraten gilt, verschieben sich nach und nach die Prioritäten. Danone investiert – ähnlich wie andere Flaschenwasser-hersteller – Millionen von Euro, um neue Märkte zu erobern. Weltweit besitzt der Lebensmittelriese inzwischen mehr als 100 Abfüllanlagen in 13 verschiedenen Ländern der Welt. Insgesamt verkaufte Danone 2005 weltweit 18,5 Milliarden Liter Flaschenwasser. Weit mehr als die Hälfte davon gehen in Asien über die Ladentheke.

Evian ist neben Volvic zwar immer noch die bekannteste Marke und gleichzeitig das Aushängeschild von Danone. Die Tatsache, dass das französische Unternehmen heute neben dem Schweizer Konkurrenten Nestlé der erfolgreichste Flaschenwasserproduzent weltweit ist, verdankt das Unternehmen allerdings einer anderen Marke: Aqua in Indonesien. 2001 erwarb Danone die Mehrheitsanteile an dem indonesischen Tafelwasser. Nach dem Einstieg des französischen Konzerns füllten die Anlagen in Indonesien bald doppelt so viel Wasser ab wie zuvor. Inzwischen ist Aqua das am meisten getrunkene Wasser weltweit: Jedes Jahr verkauft das Unternehmen drei Milliarden Liter. Der Erfolg von Aqua ist mit dafür ausschlaggebend, dass das Geschäft mit dem Flaschenwasser in Asien innerhalb eines Jahres um 25 Prozent gewachsen ist.
Die Zahlen stehen für einen Boom im Flaschenwassermarkt, der gerade erst begonnen hat. Allein zwischen 1997 und 2005 hat sich der weltweite Konsum mehr als verdoppelt. Und während etwa jeder Deutsche 1970 gerade einmal zwölf Liter jährlich trank, sind es heute 127 Liter. Mit einem Anteil von mehr als sechs Prozent am weltweiten Wasserverbrauch landet Deutschland damit auf Platz sechs unter den Top Ten der Flaschenwassertrinker weltweit – gleich nach den bevölkerungsreicheren Ländern USA, Mexiko, China und Brasilien, nach Italien und noch vor Frankreich und Indonesien. Besonders in Asien nimmt der Flaschenwasserkonsum rasant zu: „In China hat sich der Verkauf innerhalb von fünf Jahren verdoppelt, in Indien sogar verdreifacht“, erklärt Frank Kürschner-Pelkmann, der Entwicklungshilfe-organisationen wie „Brot für die Welt“ berät. Für den Wasserexperten gibt es einen einfachen Grund für den wachsenden Markt in Asien: „Während in Europa der Absatz der verkauften Flaschen meist nur noch vom Hitzegrad des Sommers abhängt, ist in Ländern wie Indonesien oder Indien der Markt längst noch nicht gedeckt.“ Wasser zu kaufen sei dort kein Usus, viele Bewohner können sich die teuren Flaschen gar nicht leisten. Doch eigentlich haben sie keine andere Wahl: In vielen Städten verschlechtert sich die Wasserqualität aus den Leitungen, auf dem Land fehlt die Infrastruktur für ein funktionierendes Leitungssystem oft sogar ganz.

Weil Unternehmen wie Danone, Nestlé, Coca-Cola oder PepsiCo einen Markt mit enormer Gewinnspanne im Blick haben, investieren sie. Sie kaufen lokale Unternehmen auf und bemühen sich um die Rechte an natürlichen Wasserspeichern. China erscheint dabei besonders vielversprechend: Der Pro-Kopf-Verbrauch von Flaschenwasser liegt bei gerade einmal zehn Litern im Jahr. Zudem locken eine Milliarde potenzieller Kunden. Danone ist hier bereits präsent: Mit Wahaha vertreibt der Lebensmittelriese die erfolgreichste Marke des Landes.

Der Erfolgszug des Flaschenwassers begeistert allerdings nicht jeden. Jens Loewe etwa hält es für unmoralisch, Menschen aus ärmeren Bevölkerungsschichten zum Flaschenwasser-kauf zu animieren. Über das Thema, das ihn seit vielen Jahren nicht mehr loslässt, hat Loe-we gerade ein Buch geschrieben. Es heißt Das Wassersyndikat und handelt von der „Verknappung und Kommerzialisierung einer lebensnotwendigen Ressource“ - in Europa, aber vor allem auch in Ländern, in denen es traditionell an Wasser mangelt. China etwa oder Indien. Hinter dem neuen Trend, gezielt in diesen Ländern Flaschenwasser zu vermarkten, sieht der Wasseraktivist bewusste Propaganda: „Mit ihrem Wasser versprechen Unternehmen wie Nestlé und Danone Gesundheit und langes Leben – aber in den meisten Fällen ist Leitungswasser genauso gut, zumal wenn die Leute es abkochen.“

Wie die Einführung eines neuen Flaschenwassers in einem Land der Dritten Welt funktioniert, hat Nestlé vor einigen Jahren eindrucksvoll demonstriert. Die Marke Pure Life sollte Menschen ansprechen, die mit ihrem kleinen Einkommen haushalten müssen, um zu überleben. Um bei ihnen Markenbewusstsein zu wecken, soll Nestlé innerhalb von drei Jahren rund 100 Millionen Euro in das Marketing für das Tafelwasser investiert haben. Neben der konventionellen Werbung veranstaltete der Konzern Gesundheitsseminare, in denen etwa Krankenschwestern über die negativen Folgen des Leitungswasserkonsums aufgeklärt wurden. In Pakistan hat Nestlé auf diese Weise binnen eines halben Jahres 50 Prozent des Marktes erobert. Heute ist Pure Life das zweiterfolgreichste Flaschenwasser der Welt – nach Aqua von Danone.

Verglichen mit Coca-Cola oder auch Nestlé stand Danone bislang verhältnismäßig wenig in der Kritik. Für den Wasserexperten Loewe gibt es allerdings nur kleine Unterschied zwischen den Großen im Wassergeschäft: „Die Verfahrensweise ist ähnlich: Ein Konzern kauft das Grundstück, bohrt nach Wasser, verkauft das Wasser oft zu einem tausendmal höheren Preis.“ Für Loewe ist das eindeutig Raubbau.
Dass sich dabei Staat und Privatwirtschaft gelegentlich die Karten zuspielen, hält Loewe nicht nur für denkbar, sondern sogar für wahrscheinlich: „Es wäre recht naiv, nicht davon auszugehen“, sagt er. Denn: „Die Flaschenwasserkonzerne haben natürlich ein gesteigertes Interesse daran, dass die öffentlichen Wasserleitungen heruntergekommen sind. Und der jeweilige Staat ist froh, wenn er eine Ausrede hat – nämlich das Flaschenwasser –, um so wenig wie möglich sanieren zu müssen.“
Flaschenwasser ist eine Industrie mit einem weltweiten Umsatz von insgesamt 63 Milliarden Euro. Die Gründe für den Flaschenwasserboom liegen auf der Hand: Zum einen erweckt die Werbeindustrie den Eindruck, abgepacktes Wasser verheiße Ge-sundheit, Glück und langes Leben. Zum anderen aber sind die Flaschen praktisch in einer Welt, die immer mobiler wird.

Auch im Supermarkt von Evian-les-Bains verkauft sich das Flaschenwasser gut, allen voran natürlich das Wasser der Marke Evian. Ein Angestellter, der die rosa-blauen Evian-Flaschen in die Regalwand räumt, macht allerdings einen Unterschied: „Das Mineralwasser kaufen bei uns vor allem die Touristen“, sagt er. Denn wer in Evian-les-Bains wohnt, habe es gar nicht nötig, die Flaschen für rund 50 Cent pro Liter zu kaufen: „Wir sitzen schließlich an der Quelle.“

Und tatsächlich bildet sich am Nachmittag an dem kleinen Brunnen im Ortszentrum von Evian-les-Bains eine Schlange. Einige Bewohner sind gleich mit einem ganzen Kasten leerer „Evian“-Flaschen gekommen. In ihnen transportieren sie das Wasser literweise nach Hause.
Von Isabella Kroth

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